Das F-Wort neu definiert

Was wir über Feminismus denken

Weil sie eine Frau ist

von Nathalie B.

Und das, weil sie eine Frau ist: Natürlich kann sie in gewisser Weise zufrieden sein. Sie konnte in den Genuss der Bildung kommen und kann wählen. Und dennoch fühlt sie sich nicht immer wohl in der Rolle der Frau. Frauen in anderen Ländern haben noch weniger Ansprüche. Warum wird einer Frau das Recht genommen, Entscheidungen zu treffen, welchen Job sie macht, ob sie zur Schule geht, in welchen Mann sie sich verliebt und ob es nun gut war, den Rock heute anzuziehen. Am Abend, wenn es schon dunkel ist, wird ihr geraten, vorsichtiger zu sein und nicht allein heimzugehen. Und dabei geht es nicht nur um die Frauen. Jede Minderheit sollte doch die gleichen Rechte haben, freie Entscheidungen zu treffen, ohne verurteilt und benachteiligt zu werden. Ihre Freundin Scarlett meint immer, unabhängig von Geschlechtern sollte Sexismus und die Ungerechtigkeiten zwischen Mann und Frau überwunden werden. Doch die eigenen Erfahrungen zeigen ihr, dass die Umsetzung gar nicht so einfach scheint. Schon bei der Geburt hat sie die typischen Merkmale der Geschlechter mitbekommen. Ihr Zimmer war rosa gestrichen und ihre Eltern haben sie in ein Blümchenkleid gesteckt. Während ihr Bruder draußen im Garten Fußball gespielt hat. Ihre Mutter bleibt zuhause, während ihr Vater das Geld für die Familie verdient. Einer muss sich ja um die Kinder kümmern, meinte er. Wenn sie mit Freunden raus gehen will, wird sie vorher von ihrem Bruder abgefangen. „Sicher, dass du so gehen willst?“ oder „Wirst du nach Hause gebracht?“ sind die typischen Fragen. Und sie sagt: „Ja, ganz sicher will ich so gehen, ich fühle mich wohl“ oder „Nein, ich schaffe es auch allein heim.“. Und jedes Mal besteht doch eine kleine Möglichkeit einem merkwürdigen Kerl zu begegnen. Sollte sie doch Angst haben? Hätte sie doch lieber die Hose und das hochgeschlossene Shirt anziehen soll? Na, zum Glück hat sie Pfefferspray dabei haha…Und das ist die Geschichte, wie ihre Brüste zu einem Nachteil werden. Sie kann doch schließlich auch nichts dafür, dass sie von diesem komischen Typ angesprochen wurde. Sie findet es absurd, dass „Ich habe einen Freund“ die stärkste Karte ist, die sie ausspielen konnte, damit der Typ aufhört, zu belästigen. Und das, weil der Typ einen Mann, den er nicht kennt, eher respektiert, bevor er auf den Gedanken kommt, die Frau vor ihm zu respektieren, die schon „nein“ gesagt hat. Jetzt würden wieder manche zu ihr sagen: „Bist doch selbst schuld, wenn du den Rock und den Ausschnitt trägst“. Hallo??? Und wenn sie nackt durch die Straßen läuft, hat keiner das Recht, sie gegen ihren Willen anzufassen oder sie anderweitig zu beleidigen. Sie wollte auch sicherlich nicht Penis-Bilder von ihm bekommen. Danach gefragt hat sie jedenfalls nicht. Ist es da nicht verständlich, dass sie möglicherweise wütend über die Männer und Frauen ist, die ihr die Rolle der Frau aberkennen oder sie ausnutzen. Warum spielt das Geschlecht denn überhaupt eine so große Rolle? Haben sich meine Eltern vielleicht mehr über meinen Bruder gefreut? In anderen Ländern ist ein männlicher Nachkomme gewünscht und die geborenen Mädchen sollten am besten an reiche Männer verheiratet werden.

Sie findet, es macht wenig Sinn, Geschlechtern bestimmte Eigenschaften zuzuordnen. Wem muss der Mann beweisen, dass er sich stark fühlt oder rational handelt? Warum soll die Frau immer nur mit ihrer Emotionalität in Verbindung gebracht werden oder warum wird sie als das schwache Geschlecht dargestellt? Geschlechter sollten doch nicht nach ihren Eigenschaften unterschieden werden, um dann ihre Rolle in der Gesellschaft zu bestimmen? Sie stellt sich diese Fragen jedes Mal. Jedes Mal, wenn sie in der Bahn von einem Fremden aufdringlich angeschaut wird. Jedes Mal, wenn sie ihre männlichen Kollegen reden hört, die definitiv das Doppelte von ihrem Gehalt verdienen. Und jedes Mal, wenn er versucht den Chef raushängen zu lassen. Er meinte dann zu ihr, das sei nichts für Frauen. Er würde das schon klären. Sie schaut ihn zweifelnd an und lacht dann. Er macht das mit seinem Penis? Es ist doch nicht verwerflich zu sagen, Mann und Frau sollten auf einer Ebene in jeder Lebenslage behandelt werden. Unterschiede zwischen Behandlung oder Gehalt sollten keine Rolle spielen. Ob Mann oder Frau, ob schwarz oder weiß. Sie leben inzwischen im 21. Jahrhundert. Sie reden immer vom menschlichen Fortschritt und ihrer Intelligenz. Aber wer nach wie vor mit jeglicher Diskriminierung hinsichtlich Hautfarbe und Geschlecht zu kämpfen hat, ist noch lange nicht, am Ziel angekommen. Merken sie nicht, dass ihre momentane Situation ferner dem Frieden ist, als sie ahnen? Wie soll eine friedvolle Gesellschaft entstehen, wenn eine Frau immer noch auf ihre Sexualität heruntergeschraubt wird. Unterdrückung und Dominanz haben in menschlichen Beziehungen nichts zu suchen. Wenn dem nicht so ist, dann sollte man doch jedem mit dem gleichen Respekt entgegentreten. Die große Frage bleibt nur: Wo setzt man an, um die Ungerechtigkeit zu beenden? Welche Gründe würden genügen, dass Mann und Frau mit demselben Recht behandelt werden? Sie glaubt, dass es in absehbarer Zeit nicht geschehen wird. Medien und Industrie fördern die geschlechtliche Unterteilung. Ob die verschiedenen Medien der Frau immer noch vorschreiben, dass die 90-60-90 Maße eine ideale und begehrenswerte Figur sei. Oder in der Musikindustrie die Frau als sexuelles Objekt betrachtet wird und dem Mann unterlegen ist. Vielleicht fehlt dem Menschen doch noch etwas Verstand, um zu erkennen, dass ein zufriedenes und friedliches Leben noch mehr bedeuten kann.

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